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Zwischenstopp an der Distel |
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Meine bevorzugte Zeit, um mit dem Foto die naheliegende Natur zu erkunden, ist der Samstag oder Sonntag Vormittag.
Hier finde ich in der Regel die nötige Zeit und Ruhe. Dabei suche ich mir am liebsten Gegenden aus, die
möglichst wenig von Menschen besucht werden und natürlich nicht allzu weit von meiner Heimat entfernt
sind. So bin ich auch an einem Sonntag vormittag wieder einmal losgezogen und wollte eigentlich Libellen fotografieren. Ich fuhr zu einem etwas abseits gelegenen Teich, den ich sehr gerne aufsuche, und musste
allerdings feststellen, dass nur sehr wenige Libellen dort zu finden waren. Vielleicht lag es an dem
etwas diesigen Wetter oder es war einfach der falsche Zeitpunkt. So ging ich etwas ziellos weiter.Nach einiger Zeit sah ich etwas abseits eine alleinstehende Distel, und dachte, dass wäre eigentlich ein recht schönes Motiv. An das Fotografieren von Insekten dachte ich in diesem Moment überhaupt nicht. Also baute ich in aller Ruhe mein Stativ auf, setzte mein Makro-Objektiv an die Kamera und begann, die Distel zu fotografieren. Allerdings dauerte es nicht lange und eine Schwebfliege ließ sich auf der Distel nieder. Sie lief etwas umher und suchte nach Nahrung, bevor sie wieder verschwand. Die Nächste ließ aber nicht lange auf sich warten und so war ständig etwas los. Nach einer Weile trafen schließlich ein paar Dickkopffalter ein bevor sich eine Wespe über die Distel hermachte. Teilweise herrschte großer Andrang und es war nicht genügend Platz auf der Distel, sodass einige Tiere in Lauerstellung um die Pflanze herumflogen, bevor sie einen geeigneten Landeplatz fanden. Andere versuchten die bereits anwesenden zu vertreiben, was aber nur teilweise gelang. Schliesslich machte es sich ein Zitronenfalter auf der Pflanze bequem, um in Ruhe nach Nektar zu suchen. Deutlich größer als alle anderen bisher dagewesenen Tiere ließ er sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen, bevor er seine Reise durch die Blütenwelt fortsetzte. Es ist schon faszinierend, diesem bunten Treiben zuzusehen. Alleinstehende Pflanzen haben den Vorteil, dass
sie von relativ vielen Insekten angeflogen werden, da keine anderen Pflanzen deren Aufmerksamkeit ablenken.
In dieser Situation ist das Fotografieren der Tiere in gewisser Hinsicht einfach, da die Tiere zu einem selbst kommen und man somit keinerlei Probleme mit deren Fluchtdistanz hat. Man stellt seine Kamera auf das Stativ und wartet einfach ab. Unumgängliche, aber ruhige Bewegungen, die zum Durchführen der Aufnahmen notwendig sind, werden von den Tieren entweder nicht registriert, oder sie stören sich nicht daran. Selbst das versehentliche Vertreiben eines Tieres ist belanglos, da meist schon innerhalb der nächsten Sekunden die nächsten Nahrungssuchenden eintreffen. Dennoch ist das Erzielen von hochwertigen Aufnahmen nicht ganz so leicht wie es vielleicht erscheinen mag. Die Tiere bewegen sich recht schnell und so hatten viele meiner Aufnahmen zum Teil deutliche Bewegungsunschärfen. Eine größere Blende führt zwar zu kürzeren Verschlusszeiten, was die Bewegungsunschärfe reduziert, dafür muss die Fokussierung sehr präzise erfolgen, da wegen der geringeren Schärfentiefe nur ein kleiner Bereich scharf abgebildet wird. Befindet sich das Tier zudem nicht genau parallel zur Film/Sensor-Ebene, ist es kaum möglich, das gesamte Tier scharf abzubilden. In diesem Fall wird auf den Kopf scharf gestellt, während Rumpf und Hinterteil langsam in Unschärfe übergehen. Eine große Blende kann auf diese Weise gelegentlich auch künstlerisch wirkende Aufnahmen hervorbringen. Gelingt es einem, bei großer Blende das Tier scharf abzubilden, hat man zusätzlich den Vorteil, dass der eher nebensächliche Hintergrund angenehm unscharf und weich dargestellt wird, also nicht unruhig vom Hauptmotiv ablenkt. Alle Aufnahmen entstanden übrigens bei natürlichem Licht ohne den Einsatz von Blitzgeräten an diesem etwas diesigen, aber durchaus sonnigen Vormittag. |
| Sämtliche Aufnahmen entstanden mit der Canon D60 und dem 100/2.8 Makro vom Stativ. Weitere Bilder von den Ereignissen an der Distel findest Du hier in der Galerie oder wenn Du die Maus über die beiden Bilder oben bewegst. |
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